Im Test: Polar A360 Fitnesstracker – Part I (Hands-on)

Polar A360 weiß
Bildquelle: polar.com

Kürzlich hatte ich das Glück, von der Achim Achilles Redaktion als einer von drei Testern für den neuen Polar A360 ausgewählt zu werden. Der A360 ist ein smarter Fitnesstracker mit 24/7 Aktivitäts- und Schlafüberwachung, integriertem Pulssensor, Farbdisplay und Smart Notifications. Seit dem Aufkommen von Fitnesstrackern und Smartwatches, warte ich sehnsüchtig darauf, endlich mal ein solches Exemplar auf Herz und Nieren testen zu können. Jetzt ist es endlich soweit…

Voller Vorfreude nehme ich das Paket von der Postbotin entgegen und eile sofort an meinen Schreibtisch. Da der A360 auf meine Versuche, ihn zum Leben zu erwecken nicht reagiert, schließe ich ihn kurzerhand an den USB-Port meines MacBooks an. Das Display leuchtet auf und zeigt ein USB- sowie ein Bluetooth-Icon und eine Art Statusuhr an. Irgendwie suggeriert mir dieser animierte Kreis, dass da etwas passiert, doch es passiert nichts. Weder tut sich am Gerät etwas, noch erscheint der A360 in der Bluetooth-Geräteliste meines iPhones.

Während ich ungeduldig warte, krame ich dann doch die Bedienungsanleitung aus der Verpackung. Dort lese ich, dass ich zwingend die Polar Flow App oder eine Sync-Software für den Mac benötige, um den A360 in Betrieb nehmen zu können. Gut, die App bräuchte ich ja ohnehin, also lade ich sie eben. Sofort erkennt die App mein neues Wearable und die Verbindung wird durch eine Code-Eingabe initialisiert. Nach der Erstellung eines Polar Flow Accounts, minutenlangen Displayanzeigen von „Failed“ über „Syncing“ bis „Connecting“, wird zu allem Überfluss auch noch ein 25-minütiges Update fällig. Langsam aber sicher spüre ich eine leichte Unzufriedenheit in mir aufsteigen.

Leider will dieses Gefühl auch nach Abschluss des langwierigen Setups nicht weichen. Im Grunde verfügt der A360 nämlich lediglich über zwei Anzeigen (Uhrzeit/Datum + die Aktivitätsanzeige „Mein Tag“) sowie den Menüpunkt „Training“. Mittels vertikaler Wischbewegungen kann die Anzeige gewechselt werden. Einstellungen sucht man vergeblich. Durch langes Drücken des seitlichen Knopfes, gelangt man in ein weiteres Menü. Dort kann man den Flugmodus aktivieren, den A360 ausschalten, das Bluetooth-Signal zurücksetzen oder sich Infos zum Gerät (ID, Firmware-Version usw.) anzeigen lassen. Warum dieses Menü nicht auch durch Wischen erreicht werden kann, will sich mir nicht so recht erschließen.

Polar A360 Displayanzeigen
Zeit- und Datumsanzeige erscheinen bei Aktivierung des Displays. Durch horizontales Wischen gelangt man dann zu den einzelnen Menüpunkten. Oben rechts sehen wir die Aktivitätsanzeige „Mein Tag“, darunter das „Info“-Menü.

Stünde es nicht in der Kurzanleitung, hätte ich wohl auch nie erfahren, dass und wie man zwischen verschiedenen Watchfaces wechseln kann. Wie man das Datums-/Uhrzeitformat wechselt, Apple Health oder Smart Notifications aktiviert, steht da allerdings auch nicht. Und jetzt wird es kompliziert und vollkommen verwirrend. Smart Notifications, Apple Health und Alarm kann man ausschließlich via Flow App aktivieren, Einstellungen zur Uhr und Datumsanzeige können dagegen nur im Login-Bereich des Web-Portals vorgenommen werden. Anschließend müssen die Änderungen dann synchronisiert werden. Das ist viel zu kompliziert und nicht gerade intuitiv.

Als ich die geänderten Einstellungen erstmals synchronisieren will, misslingt dies offenbar, obwohl ich keine Fehlermeldung erhalte. Über das Bluetooth-Menü meines iPhones stelle ich jedoch fest, dass gar keine Verbindung (mehr) zum A360 besteht. Aber anscheinend haben weder App noch A360 davon etwas bemerkt. Die Wiederherstellung der Verbindung misslingt mehrfach. Ich versuche die Bluetooth-Verbindung des A360 zurückzusetzen, doch ironischerweise ist das Icon einfach aus dem Menü verschwunden.

Neustarts von A360 und iPhone sowie Löschen und Neuinstallation der App helfen nicht. Über einen QR-Code in der Bedienungsanleitung gelange ich schließlich auf die englischsprachige Produkt-Support-Seite, wo ich eine Anleitung für einen Reset finde. Dafür muss ich jetzt aber doch die Sync-Software installieren. Toll, wie ich es liebe, mein MacBook mit unnützen Programmen vollzumüllen.

Auch nach zwei langwierigen Resets will das Bluetooth-Pairing nicht mehr gelingen und so langsam bin ich mindestens so geladen, wie die Batterie des A360, die noch immer am Ladekabel hängt. Der ständig auftretende Hinweis, die Geräte sollten sich beim Koppeln berühren, trägt da nicht gerade zu meiner Beruhigung bei. Das ist Bluetooth und kein NFC verdammt! Da kann man nur von Glück reden, dass der A360 meinen Puls noch nicht messen kann…

Nichts hilft, ich bin frustriert und kurz davor, das Ding wieder zurückzuschicken. Entnervt streiche ich den A360 aus meiner Bluetooth-Geräteliste („Gerät ignorieren“). Das hat er verdient, denke ich bei mir. Doch dann das Wunder, als ich das Verbinden erneut anstoße, werde ich aufgefordert einen neuen Code einzugeben, der im Display des A360 erscheint. Heureka! Jetzt wird die Synchronisation tatsächlich mal abgeschlossen und fortan bekomme ich sogar Smart Notifications. Nach geschlagenen drei Stunden ist der A360 endlich einsatzbereit.

Die Daten-Synchronisation scheint reine Glückssache zu sein und wenn die Flow App nicht zumindest im Hintergrund läuft, ist ein Fehlschlag vorprogrammiert. Irritierenderweise erhält man dann aber trotzdem keine Fehlermeldung. Die Statusanzeige läuft einfach minutenlang, bis das Display erlischt. Doch selbst eine erfolgreiche Synchronisation dauert gut und gerne 50 Sekunden.

Polar A360 im Profil
Nicht gerade dünn. Stattliche 13,5 mm misst das Gehäuse in der Tiefe.

Erst jetzt komme ich überhaupt dazu, mir den Fitnesstracker auch mal an meinem Arm anzuschauen. Dünn ist er ja nicht gerade. Satte 13,5 mm misst das Gehäuse in der Tiefe. Ok, so ein Pulssensor benötigt natürlich auch Platz, aber auf den Produktfotos fällt das aufgrund der gewählten Perspektive gar nicht so sehr ins Auge. Doch hat man sich damit erst einmal arrangiert, weiß das Design des A360 durchaus zu gefallen. Auch die Verarbeitung wirkt hochwertig. Das Anlegen des Armbands ist aber leider etwas fummelig, speziell wenn es – wie für die Pulsmessung erforderlich – möglichst eng anliegen soll.

Apropos Pulsmessung, eine Messung wird erst vorgenommen, wenn man den Menüpunkt „Training“ auswählt. Nach etwa 10 Sekunden erscheint die Herzfrequenz in einer kleinen Anzeige. Das war es aber auch schon. Weder kann man dem Wert einen Status (z. B. „Ruhepuls, „vor dem Sport“, „nach dem Sport“ etc.) zuweisen, noch kann der Wert überhaupt gespeichert werden. Da sind kostenlose Apps, die den Puls über die Kameralinse des Smartphones erfassen funktionsreicher. Na zumindest scheint die Pulsmessung des A360 im Ruhebereich akkurat zu sein. Ich bin gespannt, wie präzise der optische Sensor während des Trainings arbeitet.

Der erste Kontakt mit dem Polar A360 verlief leider recht enttäuschend. Bereits während des langwierigen und komplizierten Setups, stellt sich Ernüchterung, wenn nicht gar Frustration ein. Doch weder Bedienkonzept, noch Funktionsumfang vermögen es, die Enttäuschung schnell zu vertreiben. Nun wird es darauf ankommen, wie sich der A360 in der täglichen Anwendung und vor allem beim Sport präsentiert.

 

Produkttyp Aktivitätstracker
Gehäuse 23 x 40 x 13,5 mm
Display 80 x 160 Pixel (RGB)
Gewicht 34 g
Konnektivität Bluetooth Smart, Micro-USB
Kompatibilität Polar Flow (für iOS & Android) & PolarSync (macOs & Windows)
Funktionen Aktivitätstracking, Inaktivitätsalarm, Smart Notifications, Herzfrequenz-Monitoring
Preis ca. 145 Euro (Stand: August 2016)

 

Bisher veröffentliche Posts zum Polar A360:

9 Kommentare

    1. ja, genervt trifft es ziemlich gut. es wirkt einfach ziemlich unfertig. und das ist zu diesem zeitpunkt dann leider doch ein ziemlich vernichtendes urteil, das man über ein 200 euro teures produkt fällen kann.

  1. Vielen Vielen Dank für Deinen Bericht. Ich habe heute dummerweise Bluetooth an meinem Polar zurückgesetzt und habe seit dem verzweifelt versucht, den Polar mit meinem Handy zu koppeln. Aber nix ging mehr. Auch Synchronisieren etc. am Computer hat nichts mehr genützt und in der Betriebsanleitung oder auf den Support-Seiten wird man da ja auch mal leider überhaupt nicht fündig….

    Ich hatte bereits kurz überlegt, ob ich einfach mal das "Gerät ignorieren" ausprobieren soll. Ich habe es mich aber nicht getraut. Nicht dass noch mehr "kaputt" geht. Dank Deinem Bericht hab ich es dann doch getan und siehe da: sofort bekam ich den neuen Code und konnte die Geräte koppeln.

    Ich glaube ich würde sonst in drei Wochen noch fluchen und das Ding dann an die Wand schmeißen

    Danke für die Rettung 😉

    1. freut mich, dass dir mein post bei der lösung deines problems behilflich sein konnte. das ist aber auch wirklich eine extrem nervige geschichte. du warst vermutlich genauso gefrustet wie ich in der situation… 😛

  2. Sorry, aber Deine Darstellung ist ja völlig übertrieben negativ. Ich hatte alles in fünf Minuten durchgeklickt und verstanden. Und ich bin eine Frau 😉 Mit Android hat das synchronisieren bisher immer ausnahmslos funktioniert. Finde den Tracker super. Das einzige wirkliche Defizit ist das Armband, da es sich sehr schnell löst. Sonst alles prima und total einfach. Lag wohl eher an Dir.

    1. Vielleicht schaust du mal auf das Veröffentlichungsdatum. Wäre es nicht möglich, dass es vor 6 Monaten, als der A360 frisch auf dem Markt war, diese Probleme gab? Unter dem Artikel findest du darüber hinaus gleich zwei Links zu neueren Posts (Review & Update). Hättest du die gelesen, dann wüsstest du auch, was ich konkret am A360 bemängle und was Polar mittlerweile durch Software-Updates verbessert hat. Dazu gehört übrigens auch der Synchronisierungsprozess. 😉

  3. hey,

    „lag wohl eher an dir“? ich schätze, dass es wohl einfach ein IOS10 Problem ist, wie in weiteren Berichten bereits bestätigt wurde (wer lesen kann ich klar im Vorteil Madame „Tracker“).

    Ich habe die Uhr seit wenigen Stunden und genau die selben Probleme. „Gerät ignorieren“ funktioniert leider nicht immer. Das nervige ist wirklich, dass man nicht weiß, ob die pp noch connected ist oder eben nicht. Mal sehen ob ich sie behalten werde.
    Ist denn jemand hier glücklicher Besitzer von IOS10 UND der A360?

  4. hi kann mir jemand sagen ob man die Funktion das die ihr sich über das drehen vom Arm einschaltet das stört Nachts nämlich wenn das Display angeht danke

    1. Es gibt einen Nachtmodus. Wenn du den seitlichen Knopf ungefähr 3-5 Sekunden gedrückt hältst, gelangst du ins Menü. Wähle dort das zweite Icon mit dem Halbmond aus. Das aktiviert den Nachmodus und das Display wird nun nicht mehr durch Bewegungen aktiviert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.