Im Test: Luna Sandals Mono

Luna Sandals Mono

Es ist nun schon ein paar Tage her, dass ich mir mit dem Luna Mono ein weiteres Paar HuarachesTraditionelle mexikanische Sandalen aus präkulumbischer Zei... aus dem Hause Luna Sandals gegönnt habe. Ausschlaggebend für den Kauf waren im Wesentlichen zwei Gründe. Zum einen hat meine bisherige Allround-Sandale – der Leadville Pacer – nach gut 500 Kilometern schon deutlich an Profil eingebüßt (ist lt. Hersteller in erster Linie für Trails konzipiert), zum anderen hatte Luna Sandals seine Produkte aktionsbedingt um 15 Dollar reduziert. Da musste ich nicht lange überlegen.

Luna Sandals Mono
Die 12 mm starke Schaumstoffsohle macht den Mono weniger flexibel als andere Modelle.

Die Sohle des Monos ist mit einer Gesamtstärke von zwölf Millimetern noch einmal drei Millimeter dicker und damit auch weniger flexibel als die des Leadville Pacers. Das macht sich gerade zu Anfang deutlich bemerkbar. So dauert es schon etwas länger, bis die Sandale eingelaufen ist. Aber nach einer Weile schmiegt sich der Mono dem Fuß ebenfalls perfekt an. Auf das Gewicht scheint die dickere Sohle dagegen kaum Einfluss zu haben. Mit einem Gesamtgewicht von ca. 130 Gramm (Größe 10,5) ist der Mono genauso ein Leichtgewicht wie der Leadville Pacer. Das liegt vermutlich an den unterschiedlichen Materialien, die hier zum Einsatz kommen. Bei letztgenanntem scheint es sich um eine Gummimischung, beim Mono um eine Art Schaumstoff zu handeln. Im Gegensatz zum Leadville Pacer soll sich das Profil des Monos auf Asphalt allerdings nicht so schnell abnutzen.

Einen Nachteil hat die Schaumstoffsohle aber ganz bestimmt: Sie saugt Wasser auf. Nach einem Lauf durch Regen und/oder Pfützen bringt der Mono plötzlich deutlich mehr Gewicht auf die Waage und es dauert ganz schön lange, ehe die Sohle wieder vollständig durchgetrocknet ist. Gleiches gilt natürlich auch für eine gründliche Reinigung im Wassereimer.

Ausgestattet mit dem MGT-Fußbett (Monkey Grip Technology) und dem ATS-Schnürsystem (All Terrain Strapping) bietet natürlich auch der Mono perfekten Halt bei jeder Wetterlage und auf fast jedem Terrain. Während der Traditional Venado (früher Original Luna) insbesondere mit Lederfußbett eher etwas für den Sommer ist, wünscht man sich für die „do everything, go everywhere“ Sandalen sogar Bedingungen im Grenzbereich. Seien dies nun steinige oder matschige Trails im Wald oder einfach nur strömender Regen, es macht einfach Spaß, den Mono so richtig einzusauen. Darüber hinaus ist die Sandale auch bei anderen Outdoor-Aktivitäten, wie Wandern, Radfahren und Kayaking ein zuverlässiger Begleiter. Eine echte Allzweckwaffe eben.

Mittlerweile hat mein Mono ebenfalls knapp 500 Laufkilometer hinter sich. Das Herstellerversprechen des geringeren Sohlenabriebs auf Asphalt kann ich jedoch nicht bestätigen. Sowohl Leadville Pacer als auch Mono sind nach 500 Kilometern im Bereich der Fußballen nahezu profillos. Den Grip unter den Füßen habe ich bisher dennoch noch nie verloren. Daher bin ich recht zuversichtlich, dass das Ende des Lebenszyklus bei beiden Modellen noch nicht erreicht ist.

Luna Sandals Mono und Leadville Pacer Sohlenverschleiß im Vergleich
Lunas nach 500 gelaufenen Kilometern im Vergleich. Der Leadville Pacer mit Zackenprofil ist jeweils oben im Bild, der Mono unten. Beide Sohlen stammen von Vibram.

Die Sohlenstärke des Monos hat aber vermutlich weniger mit seiner Langlebigkeit zu tun, als vielmehr mit der Möglichkeit, die Schnürbänder in der Sohle zu „versenken“. Beim Leadville Pacer ist dies nicht möglich. Da sich der Abrieb im hinteren Sohlenbereich aber in Grenzen hält, ist die Gefahr des Durchscheuerns der Schnürbänder jedoch ohnehin äußerst gering. Insofern handelt es sich hier mehr um einen kosmetischen, denn um einen funktionellen Unterschied.

Persönlich präferiere ich mit dem Leadville Pacer eher die etwas leichtere, flexiblere und dünnere Variante. Zumal der Mono im Abriebverhalten eher schlechter ist und das Sohlenmaterial des Leadville Pacers wesentlich hochwertiger wirkt. Nichtsdestotrotz ist auch der Luna Mono eine gute Allzwecksandale für alle Fans von modernen Huaraches.

Update

Nach gerade einmal 666 Kilometern ist mein Mono im linken äußeren Fußballenbereich komplett durchgelaufen. Der Leadville Pacer brachte es unter gleichen Bedingungen auf nahezu die doppelte Laufleistung. Hier habe ich die beiden Modelle mal etwas genauer miteinander verglichen.

Luna Sandals Mono Sohle durchlöchert
Nach 600 km ist die Sohle der linken Sandale im äußeren Fußballenbereich bereits durchlöchert.
TypStraßen-/Allround-Sandale
Sohlenstärke11 mm
SohlentypWaffelprofil
SprengungHöhenunterschied einer Schuhsohle zwischen Vorfuß- und Fer...0 mm
Fußbett1 mm MGT
SchnürungATS-SchnürsystemDas ATS-Schnürsystem (All Terrain Strapping) ist ein von Lu...
Gewicht130 g
Preis60 US-Dollar

Pros

  • sehr hoher Tragekomfort
  • passt sich dem Fuß mit der Zeit an
  • flexible Sohle
  • gutes Bodengefühl
  • sicherer Sitz
  • atmungsaktiv
  • abwaschbar
  • schnell an- und ausziehbar dank ATS-Schnürsystem
  • in Handarbeit gefertigt
  • guter Grip auf jedem Untergrund
  • absolut alltagstauglich
  • Allrounder

Cons

  • schwächer ausgeprägtes Bodengefühl und…
  • weniger flexible Sohle als Venado oder Leadville Pacer
  • wirkt nicht so hochwertig wie Leadville Pacer
  • offenporige Sohle saugt Wasser auf; wird schwerer und benötigt längere Trockenzeit.
  • deutlich höherer Verschleiß als Leadville Pacer

Gesamtnote

3,0

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