2. Gladenbacher Trail Marathon 2015

2. Gladenbacher Tailmarathon 2015

Mein Entschluss, am Gladenbacher Trail Marathon teilzunehmen kam ziemlich spontan. Denn eigentlich bin ich zur Zeit k├Ârperlich gar nicht in der Lage, eine solche Distanz zu laufen. Aber der Lauf ist kein gew├Âhnlicher Marathon, es ist ein Gemeinschaftslauf, ohne Zeitmessung, ohne Wettkampfcharakter. Das hat mich dann letztlich ├╝berzeugt, es zu versuchen. Und ich sollte meine Teilnahme nicht bereuen!

Nat├╝rlich habe ich mich im Vorfeld etwas vorbereitet, in dem ich fast ausschlie├člich im Wald laufen war. Insgesamt bin ich im Monat Februar 2.800 H├Âhenmeter geklettert. Das sind fast dreimal so viele H├Âhenmeter wie sonst bei mir ├╝blich. Es ist zwar wesentlich anspruchsvoller zu laufen, macht aber auch viel mehr Spa├č und man wird immer mal wieder mit einer sch├Ânen Aussicht belohnt. Das werde ich also definitiv erstmal beibehalten.

Samstagmorgen machten wir uns um 7.15 Uhr von Marburg aus auf den Weg nach Gladenbach. Das war schon etwas ungew├Âhnlich f├╝r mich, schlie├člich bin ich es eher gewohnt, in den Abendstunden zu laufen. Aber irgendwie soll das wohl gehen, dachte ich mir. Im Gep├Ąck hatte ich nat├╝rlich auch wieder meine Azuki Brownies. Doch anders als bei meinem ersten Marathon nicht in Alufolie, sondern in einer Brotdose verpackt (man lernt ja schlie├člich dazu).

Im Sportheim von Gladenbach gab Veranstalter Klaus Neumeister der rund 20-k├Âpfigen Gruppe letzte Infos vor dem Start. Und der ein oder andere fragte mich auch besorgt, ob ich die Strecke wirklich in Sandalen meistern k├Ânne. So ganz unberechtigt sollten die Sorgen tats├Ąchlich nicht sein. Aber dazu sp├Ąter mehr. P├╝nktlich um 8.00 Uhr ging es los. Es hat wirklich etwas f├╝r sich, so ohne sportlichen Ehrgeiz gemeinsam in einer Gruppe zu laufen. Also der Ehrgeiz besteht hier darin, das Terrain und die Distanz zu meistern. Das ist bei meinem derzeitigen Fitnessstand schon Herausforderung genug.

2. Gladenbacher Tailmarathon 2015, Gladenbacher Land

Die Strecke hatte es wirklich in sich und war herrlich abwechslungsreich. Insbesondere zu Beginn war der Boden z. T. noch gefroren (was sicherlich auch an der Tageszeit lag), mal ging es durch tiefen Matsch und dann in den H├Âhenlagen sogar ├╝ber Schnee. Herrlich! Auf die fiesen Dornen, die teilweise auf den Pfaden lauerten, h├Ątte ich aber getrost verzichten k├Ânnen. Die haben meine F├╝├če ganz sch├Ân maltr├Ątiert, die kleinen Arschl├Âcher!

Daubhaus-Rachelshausen
Daubhaus-Rachelshausen: Am h├Âchsten Punkt der Strecke angekommen. Insgesamt waren es ├╝ber 1.000 Hm.

Das tolle an so einem Gemeinschaftslauf ist, dass man immer mal wieder neben jemand anderen herl├Ąuft und so ins Gespr├Ąch kommt. Und da ist dann auch der ein oder andere Extremsportler mit dabei, der schon den Transalpin-Run ├╝ber eine Distanz von ca. 270 km und etwa 13.000 H├Âhenmetern absolviert hat oder den Spartathlon mit Gr├Â├čen wie Scott Jurek gelaufen ist. Joa, f├╝r die war das hier sicher ein Spaziergang. Ich dagegen konnte die Erm├╝dung meiner Muskulatur ab ca. Kilometer 27 deutlich sp├╝ren. Kein Wunder, war ich doch seit meinem ersten und letzten Marathon im Juli nicht mehr so weit und lange gelaufen.

2. Gladenbacher Tailmarathon 2015
Der Lauf war perfekt geplant. Alle 6-8 km erwartete uns das Verpflegungsfahrzeug.

Gl├╝cklicherweise legten wir alle 6-8 km einen kleinen Stopp ein, um uns kurz wieder zu sammeln und aus dem Kofferraum des Verpflegungsfahrzeugs zu st├Ąrken. Und ich muss schon sagen, die Azuki Brownies sind gerade bei einer solchen k├Ârperlichen Belastung wirklich super bek├Âmmlich. Zwei Azuki Brownies und etwas Wasser und schon konnte es wieder weitergehen.

Die Trails waren z. T. nur zu erahnen, aber Klaus f├╝hrte das Feld sicher durch Wald und Wiesen ├╝ber Stock und Stein. Und einige Teilnehmer waren auch schon im letzten Jahr mit dabei und konnten sich zumindest phasenweise an die Strecke erinnern. Die letzten zehn Kilometer wurden dann noch mal richtig hart. Das war schon bei meinem ersten Marathon so und das war jetzt ungeachtet des viel entspannteren Tempos wieder der Fall. Ich war schon froh, wenn ich mich durch Unterhaltungen von den Strapazen ablenken konnten. Denn es ist und bleibt vor allem eine Kopfsache. Der Geist bestimmt ├╝ber den K├Ârper, nicht umgekehrt.

2. Gladenbacher Tailmarathon 2015

Die letzten Kilometer sehnte ich das Sportheim hinter jeder Kurve herbei und als ich dann endlich die Laufbahn zwischen den B├Ąumen erblickte, war die Erleichterung gro├č. Nach einer hei├čen Dusche ging es mir schon wieder erstaunlich gut. Beim anschlie├čenden gem├╝tlichen Beisammensein ├╝berreichte Klaus noch jedem Teilnehmer eine Urkunde und eine Medaille. Und das alles bei einem Beitrag von gerade mal 10 Euro. Also da bekam man schon einiges f├╝r das Geld geboten.

2. Gladenbacher Tailmarathon 2015

Alles in allem war das eine rundum gelungene Veranstaltung! Eine tolle, abwechslungsreiche und anspruchsvolle Strecke, die uns auch mit der ein oder anderen tollen Aussicht belohnte, eine tolle Truppe und sogar das Wetter hat hervorragend mitgespielt. Was will man mehr? Die Erfahrung, eine solche Herausforderung in der Gruppe und ohne Zeitdruck anzugehen, war ├╝brigens auch sehr interessant. Das, Freunde des Laufens, das ist das wahre Natural Running. Gemeinsames Laufen durch Wald und Wiesen, ├╝ber Stock und Stein und im Einklang mit der Natur.

Quote, There is no Wi-Fi in the forest but you'll find a better connection

Ein solches Erlebnis kann ich jedem L├Ąufer nur w├Ąrmstens ans Herz legen. Es macht wirklich unheimlich Spa├č und ist keine Frage des Alters oder des Tempos. An dieser Stelle auch noch einmal herzlichen Dank an Klaus, f├╝r die tolle Organisation, an seine Frau Simone, f├╝r die Verpflegung und an alle Mitstreiter, die diesen Lauf zu einem sch├Ânen Erlebnis gemacht haben!!!

F├╝├če nach Traillauf in Luna Sandals Leadville Pacer
5 Tage sp├Ąter waren die F├╝├če zwar wieder sauber, die Spuren aber noch deutlich sichtbar.

3 Kommentare

  1. es war wirklich hervorragend organisiert. und vom laufgef├╝hl/-erlebnis her fand ich es sogar besser als jeden aufwendig organisierten volkslauf, an dem ich bisher teilgenommen habe. es sollte definitiv mehr solcher l├Ąufe geben!

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