Im Test: Apple Watch Nike+

Apple Watch Nike+

Die Apple Watch ist¬†in zweiter Generation noch st√§rker an Fitnessfreunde und gesundheitsbewusste Menschen adressiert. So verf√ľgt die¬†Apple¬†Watch Series 2 nun √ľber¬†GPS/GLONASS und ist bis 50 Meter¬†wasserdicht. Au√üerdem gibt es eine weitere Sport-Edition, die sich speziell an L√§ufer richtet. Zu diesem Zweck hat Apple die erfolgreiche Partnerschaft mit Nike (Nike+iPod) wiederbelebt.

Ich bin bereits¬†seit Ende Oktober gl√ľcklicher¬†Besitzer einer Apple Watch Nike+ und trage sie seitdem t√§glich. Es ist also h√∂chste Zeit f√ľr einen ausf√ľhrlichen Testbericht. Dabei soll mein Hauptaugenmerk auf den Tracking- und Fitnessfunktionen liegen. Ich betrachte die Apple Watch also in erster Linie mit¬†den Augen eines technikaffinen Freizeitl√§ufers.

Optik und Tragekomfort

Optisch ist die Apple Watch schon ein kleines Highlight. Die Uhr wirkt √§u√üerst hochwertig, das Display erstrahlt bei Aktivierung hell und klar. Auch¬†das Silikonarmband hinterl√§sst einen hervorragenden Eindruck. Selbst nach √ľber zwei Monaten des Tragens, zeigt es trotz sportlicher Nutzung noch keinerlei Abnutzungserscheinungen. Das habe ich auch schon ganz anders erlebt (z. B. beim Polar A360). Der Tragekomfort ist ganz ausgezeichnet. Das geringe Gewicht und der innovative¬†Armbandverschluss¬†sorgen daf√ľr, dass man die Apple Watch beim Tragen kaum¬†wahrnimmt.

Apple Watch Nike+
Nike Sportarmband (hier in Flat Silver/Weiß) und Nike+ Watchfaces sind der Apple Watch Nike+ vorbehalten.

Setup & Bedienbarkeit

Wie man es von Apple gewohnt ist, gehen Inbetriebnahme und Bedienung ganz einfach von der Hand. Die Nutzung von Force-Touch und Digital Crown¬†hat man schnell verinnerlicht. Viele¬†Einstellungen k√∂nnen sowohl direkt an der Watch als auch mit der Watch-App am verbundene iPhone vorgenommen werden. Das Starten der Apple Watch und Aktualisierungen dauern jedoch leider eine gef√ľhlte Ewigkeit.

Die Apple Watch als Laufuhr

Nun da die Apple Watch auch √ľber GPS verf√ľgt, stellt sich nat√ľrlich die Frage, inwieweit sie auch als Laufuhr taugt. Oder anders ausgedr√ľckt: Ist die Apple Watch eine echte Alternative zu klassischen Laufuhren?

Das gr√∂√üte Unterscheidungsmerkmal zu GPS-Sportuhren ist, dass die Apple Watch nicht auf ein einzelnes System beschr√§nkt ist. Das hei√üt, es kann jede kompatible Tracking-App genutzt werden, um Workouts aufzuzeichen. Der Wert der Apple Watch steht und f√§llt also mit der Qualit√§t dieser Apps. Und genau hier dr√ľckt der Schuh (noch).

Stand heute gibt es lediglich drei Tracking-Apps, die bereits vom integrierten GPS der Apple Watch Gebrauch machen, Trainings also auch ohne verbundenes iPhone aufzeichnen. Dabei handelt es sich um die Trainings-App von Apple, Runkeeper und Nike+ Run Club.

Apple Watch Nike+
Apple Watch Nike+ mit der Nike+ Run Club App im Wintereinsatz.

Apples Trainings-App

Apples hauseigene App ist auf das Wesentliche beschr√§nkt. W√§hrend des Trainings zeigt das Display standardm√§√üig¬†Tempo, Distanz, PaceDie Pace ist der wichtigste Durchschnittswert im Laufsport u... und Herzfrequenz an. Also exakt die vier Parameter, die meiner Einsch√§tzung nach am wichtigsten sind. Zwar werden¬†die Daten¬†durchaus √ľbersichtlich und gut ablesbar dargestellt, es stellt sich allerdings die Frage, warum dabei nicht die komplette Displaygr√∂√üe ausgenutzt wird (siehe Bildmitte unten). Es ist lediglich m√∂glich, den freien Platz mit einem weiteren Messwert (z. B. Dauer oder Kalorien) zu f√ľllen. Insgesamt k√∂nnen also 5 Parameter zeitgleich dargestellt werden.

Ein weiterer Kritikpunkt bezieht sich auf die Anzeige der Herzfrequenz. Denn leider fällt diese während des Trainings allzu oft aus. Zur Trainingssteuerung kann man sie daher nicht nutzen. Auch die Analyse von Trainings in der Aktivitäts-App fällt sehr spartanisch aus, auf Grafiken wird sogar komplett verzichtet.

Apple Watch Training, Laufen outdoor
Warum Apple das Display bei der Darstellung der Laufdaten (Mitte) nicht vollständig ausnutzt, bleibt ein Geheimnis.

Nike+ Run Club App

Tja, was soll man noch zu Nikes Versuchen, eine konkurrenzfähige Tracking-App zu bauen, sagen? Ich habe auf diesem Blog schon mehrfach vernichtende Kritik an Nikes Apps geäußert und sehe auch nach dem kompletten Relaunch inkl. Renaming der App keinen Anlass, diese Kritik zu revidieren.

Gerade in den ersten Wochen traten¬†immer wieder Synchronisationsprobleme zwischen Apple Watch und iPhone auf, sodass komplette¬†Trainings pl√∂tzlich weg waren oder zumindest die GPS-Daten bei der Synchronisation verloren gingen. Nike-√ľbliche Bugs eben. Allein das kann einem schon den Spa√ü verderben. Immerhin scheinen die Entwickler dieses Problem mittlerweile¬†behoben zu haben, aber leider ist das nur wie der ber√ľhmte Tropfen auf dem hei√üen Stein…

Die Anzeige der Nike+ Run Club Watch App ist nicht personalisierbar und setzt (im erweiterten Modus) auf die Parameter Distanz, Tempo, Dauer, Herzfrequenz¬†und Uhrzeit.¬†Die Darstellung ist hier f√ľr meinen Geschmack etwas eigenwillig, da die Anzeige der Distanz so klar dominiert, w√§hrend¬†die der Pace g√§nzlich fehlt.

Apple Watch Nike+ Run Club Screenshots
Bei Nike+ Run Club dominiert die Distanz, die Anzeige der Pace fehlt dagegen komplett.

GPS-Tracking

√Ąhnlich wie man es bereits vom iPhone gewohnt ist, kann man mit dem Tracking sofort loslegen. Langes Warten auf die Positionsbestimmung durch Satelliten, wie man es von vielen GPS-Sportuhren kennt, entf√§llt also.

Wie exakt¬†das GPS-Tracking der Apple Watch ist, l√§sst sich aber leider nur schwer beurteilen. Tendenziell erfasst sie auf gleicher Strecke weniger Meter als mein iPhone 6 aber mehr als mein Polar M400. Letztgenannter hat sich¬†bei offiziell vermessenen L√§ufen √ľbrigens als recht¬†pr√§ziser Distanzmesser erwiesen.¬†Bei 15 L√§ufen √ľber verschiedene Distanzen (8 – 18 km)¬†und in unterschiedlichem Gel√§nde, lagen die Messwerte der Apple Watch (mit oben genannten Tracking-Apps) im Schnitt 2,79 Prozent √ľber denen des Polar M400.

Auf der Laufbahn waren die von der Apple Watch erfassten Werte zwar präziser als jene des Polar M400, allerdings sind diese Ergebnisse wenig aussagekräftig, da sich beim Bahnlauf selbst größere Abweichungen des GPS-Signals schnell wieder ausgleichen können. Ich bin aber schon gespannt darauf, wie präzise die Distanzmessung der Apple Watch auf einer amtlich vermessenen Strecke ausfallen wird.

GPS-Tracking, Apple Watch vs. Polar M400
Das GPS-Signal der Apple Watch (links mit NRC) weicht deutlich stärker von der Ideallinie ab als das beim Polar M400 (rechts) der Fall ist. Trotzdem liegt die Nike+ Run Club App nach 10 Runden mit 4,06 km gemessener Distanz deutlich näher an der tatsächlichen Distanz als der Polar M400 mit 4,24 km.

Pulsmessung

Die¬†Apple Watch misst die Herzfrequenz mittels LEDs und Photodiode. Solche optischen Sensoren haben gegen√ľber der Messung durch¬†Elektroden jedoch leider zwei gravierende Nachteile. Sie sind in ihrer Messung n√§mlich tr√§ger und unpr√§ziser.

Eine im Oktober 2016 im renommierten Fachmagazin¬†JAMA (Journal of the American Medical Association) ver√∂ffentliche¬†Studie der Cleveland Clinic, attestiert der Apple Watch eine Messgenauigkeit von 91 Prozent¬†bei der Erfassung der Herzfrequenz. Zum Vergleich, die Fitbit Charge HR brachte es nur auf eine Genauigkeit von 84 Prozent, w√§hrend die Messwerte des Polar H7 Brustsensors sogar zu 99 Prozent mit¬†den EKG-Daten der jeweiligen Probanden √ľbereinstimmten.

Generell¬†stellten die Forscher fest, dass die Genauigkeit der optischen Sensoren im Ruhezustand am besten ist und mit¬†steigender k√∂rperlicher Belastung abnimmt. Das deckt sich √ľbrigens auch mit meinen pers√∂nlichen Erfahrungen (Polar A360, Cosinuss One und Apple Watch Series 2).

Bei meinen Testläufen mit der Apple Watch musste ich außerdem feststellen, dass es große Unterschiede zwischen den Tracking-Apps gibt, was die Zuverlässigkeit der Sensormessung betrifft. So fällt die Messung der Herzfrequenz bei Runtastic und Apples Trainings-App recht häufig aus. Bei Runtastic dauern diese Ausfälle mitunter mehrere Minuten an, bei Nike+ Run Club und Runkeeper fällt die Anzeige zwar nicht aus, sie scheint aber teilweise einzufrieren bzw. offensichtlich falsche Werte anzuzeigen.

Eine Gegen√ľberstellung von Messgrafiken (Apple Watch vs. Polar H7) macht an dieser Stelle also wenig Sinn. Daf√ľr sind die Messergebnisse der Tracking-Apps einfach zu schlecht. In meiner pers√∂nlichen Wahrnehmung¬†stimmen die Anzeigenwerte der Nike+ Run Club App w√§hrend des Laufens zwar h√§ufig mit denen des H7 Brustsensors √ľberein (ca. 3-5 Schl√§ge Abweichung),¬†wirklich nachpr√ľfen¬†l√§sst sich dieses Empfinden aber leider nicht, weil Nikes Grafiken daf√ľr v√∂llig unbrauchbar sind. Nicht einmal die in den Grafiken gezeigten Extremwerte stimmen mit den Werten √ľberein, die die Apple Watch noch w√§hrend des Laufs anzeigte.

An dieser Stelle bleibt also festzuhalten, dass die Performance des Pulssensors derzeit doch sehr zu w√ľnschen √ľbrig l√§sst. Ich gehe allerdings davon aus, dass die Zuverl√§ssigkeit mit den Temperaturen steigen wird. Bei dieser kalten Witterung ziehen sich Haut und Gef√§√üe schlie√ülich stark zusammen, was einem optischen Sensor die Arbeit unweigerlich erschweren muss. Ich bin also gespannt, ob mich die Pulsmessung im Fr√ľhjahr/Sommer eventuell mehr √ľberzeugen kann. Beim Polar A360 f√ľhrten steigende Au√üentemperaturen und¬†Softwareupdates jedenfalls zu einer signifikanten Verbesserung der¬†Messgenauigkeit.

Apple Watch vs. Polar H7 Pulsmessung
W√§hrend meiner Testl√§ufe mit Runtastic (links) und Runkeeper (rechts) fiel die Pulsmessung der Apple Watch jeweils √ľber l√§ngere Phasen aus.

Musikwiedergabe

Wer sein iPhone beim Sport lieber daheim l√§sst, aber trotzdem nicht auf Musik verzichten m√∂chte, kann synchronisierte¬†Musik via Bluetooth von der Apple Watch wiedergeben. Kunden von Apple Music sind hier klar im Vorteil,¬†denn sie¬†k√∂nnen alle bei Apple Music erh√§ltlichen Titel f√ľr die¬†Offline-Wiedergabe mit der Apple¬†Watch synchronisieren. Sie¬†m√ľssen die Songs also nicht zwangsl√§ufig vorher gekauft haben.

√Ąrgerlicherweise¬†hat Spotify noch immer keine App f√ľr die Apple Watch herausgebracht, so bleibt die Musikwiedergabe via Apple Watch Nutzern¬†von Apple Music vorbehalten. Alle anderen k√∂nnen aber immerhin eine Playlist mit Songs synchronisieren, die sie irgendwann mal erworben haben. Es¬†kann jedoch immer nur eine Playlist mit der Apple Watch synchronisiert werden. Warum das so ist, selbst wenn der Musikspeicher von 2 GB noch nicht ausgereizt ist, will sich mir jedoch auch nicht erschlie√üen.

Die Apple Watch als Activity Tracker

Apple baut zur Erfassung der Aktivität auf drei verschiedene Parameter. Daraus ergeben sich drei Ziele, die es täglich zu erreichen gilt.

Stehziel: Das Stehziel sieht vor, täglich in mindestens 12 Stunden eine Stehpause einzulegen. Verbringt man zu viel Zeit im Sitzen, erinnert ein Inaktivitätsalarm den Träger zehn Minuten vor jeder vollen Stunde, sich noch ein bisschen zu bewegen, um dem Stehziel näher zu kommen.

Trainingsziel: Auch wenn es der Name eigentlich anders vermuten l√§sst, man muss nicht t√§glich 30 Minuten am St√ľck trainieren, um dieses Ziel zu erreichen. Es reicht vollkommen aus, sich insgesamt 30 Minuten am Tag zu bewegen. Selbst¬†der Gang zur U-Bahn oder die t√§gliche Runde mit dem Hund, z√§hlen als Trainingszeit.

Kalorienziel: Das Kalorienziel ist das einzige Ziel, das sich frei definieren l√§sst. Dabei gibt die¬†Watch auf Basis der letzten¬†Woche ein intelligentes Bewegungsziel vor. Hat man sein Ziel eine Woche lang jeden Tag deutlich √ľbertroffen, schl√§gt die Watch f√ľr die kommende Woche ein h√∂heres Ziel vor, hat man es dagegen zu oft verfehlt, wird eine Anpassung nach unten vorgeschlagen. Das ist m. E. eine einfache, aber sinnvolle Methode, den Tr√§ger motiviert zu halten.

Apple Watch Aktivit√§ts√ľbersicht
Bewegen, Trainieren und Stehen. Es gilt täglich alle drei Ringe zu schließen.

Neben diesen drei Aktivit√§tszielen, erfasst die Apple Watch auch get√§tigte¬†Schritte und die zur√ľckgelegte Distanz. Dabei sollte man aber nicht den Fehler machen, die registrierte Anzahl der Schritte mit tats√§chlich get√§tigten Schritten gleichzusetzen. Es handelt sich hier¬†vielmehr um¬†ein Bewegungs√§quivalent. Die zur√ľckgelegte Distanz ist dementsprechend ebenfalls nicht im tats√§chlichen Wortsinn zu begreifen, obschon die Messung beim Gehen/Laufen sehr pr√§zise funktioniert (siehe Grafik unten).

Apple Watch, Aktivität, Schrittzähler
Links: Ausgangsposition; Mitte: Nach einem Kilometer Gehen auf der Laufbahn; Rechts: Nach einem Kilometer lockerem Laufen auf der Laufbahn.

Obwohl ich als passionierter L√§ufer sicherlich schon zu den Menschen geh√∂re, die sich √ľberdurchschnittlich viel¬†bewegen, f√ľhle ich mich t√§glich motiviert,¬†die Vorgaben der Apple Watch zu erf√ľllen („Challenge accepted“). Selbst mit einem Neujahrskater bin ich gewillt, alle drei Ringe zu schlie√üen und¬†an weniger aktiven Tagen gehe ich abends sogar noch eine Runde um den Block, um meine Aktivit√§tsziele zu erreichen.

Bei Erreichen diverser spezieller¬†Ziele (z. B. „Perfekte Woche“, „Bewegungsserie“, „Neujahrs-Herausforderung“ usw.), bekommt man als kleine Belohnung virtuelle Medaillen verliehen. Nat√ľrlich springt nicht jeder auf derartige Motivationsanreize an, es soll sogar Nutzer¬†geben, die Benachrichtigungen zur Aktivit√§t auf ihrer Apple Watch g√§nzlich deaktivieren (ich hoffe, diese f√ľhlen sich jetzt herausgefordert), mir¬†pers√∂nlich gef√§llt¬†das System aber sehr gut und es erf√ľllt f√ľr mich auch seinen Zweck.

Sonstige Features

Sofern sich das iPhone in Bluetooth-Reichweite (oder im gleichen WLAN) befindet, werden sämtliche Push-Notifications auch während des Trainings auf der Apple Watch angezeigt. Man kann also ggf. sofort auf Textnachrichten reagieren (z. B. mit vorgefertigten Antworten oder per Sprachnachricht). Auch die Steuerung der Musikwiedergabe, Anrufe oder die Nutzung von Siri sind während des Trainings möglich. Die jeweilige Tracking-App arbeitet währenddessen im Hintergrund weiter.

Besonders gut gef√§llt mir auch die Notruffunktion.¬†H√§lt man den seitlichen Knopf unterhalb der Digital Crown einige¬†Sekunden lang gedr√ľckt, wird automatisch ein Notruf abgesetzt. Man kann dann direkt √ľber die Uhr (Verbindung mit iPhone +¬†Mobilfunknetz vorausgesetzt) mit der Notrufzentrale sprechen. Sofern gew√ľnscht, versendet die Apple Watch im Anschluss automatisch eine Textnachricht¬†inklusive Standortinformation¬†an bis zu drei Notfallkontakte. Die Notfallkontakte werden sogar¬†noch eine gewisse Zeit √ľber etwaige Standort√§nderungen informiert.

Im Idealfall wird man dieses Feature niemals benötigen, aber es ist schon gut zu wissen, dass es da ist, denn im Zweifel kann diese Funktion tatsächlich Leben retten und zwar nicht nur in medizinischen Notfällen, sondern auch wenn die eigene Sicherheit bedroht ist.

Apple Watch Screenshots, Atmen, Notruf, Pulsmessung
Links: Watch App „Atmen“; Mitte: Herzfrequenzmessung (die Uhr f√ľhrt auch selbstst√§ndig Messungen im Hintergrund durch und √ľbertr√§gt diese an die Health App); Rechts: Men√ľ √∂ffnet nach l√§ngerem Dr√ľcken des seitlichen Knopfes. H√§lt man ihn dann weiter gedr√ľckt, wird ein Notruf abgesetzt.

Batterielaufzeit

Die (vermeintlich) geringe Batterielaufzeit ist einer der am h√§ufigsten ge√§u√üerten Kritikpunkte an der Apple Watch. Dagegen l√§sst sich nat√ľrlich nur schwer argumentieren, denn wer w√ľnschte sich keine l√§ngere Batterielaufzeit f√ľr seine mobilen Ger√§te? Doch selbst inklusive Trackings eines Laufs √ľber 20 Kilometer, h√§lt die Apple Watch bei mir den ganzen Tag lang durch. In der Regel habe ich am Ende des Tages sogar noch einen Batterieladestand von 40 – 50 Prozent. F√ľr meine Bed√ľrfnisse ist das absolut in Ordnung.

Dank kabelloser Ladefunktion muss man sich √ľbrigens keine Gedanken um einen eventuell feuchten Anschluss machen. Die Apple Watch kann jederzeit, sicher¬†und v√∂llig¬†unkompliziert per Induktion aufgeladen werden. Dabei muss die Uhr auch nicht die ganze Nacht am Strom h√§ngen, in der Regel reicht bereits eine Stunde aus, um die Apple Watch wieder fit f√ľr den n√§chsten Tag zu machen.

Fazit

Mit 419 Euro (38 mm Geh√§use) bzw. 449 Euro (42 mm) ist die Apple Watch Series 2 zwar alles andere als g√ľnstig,¬†letztendlich ist sie ihr Geld m. E.¬†aber wert. Optik, Display und Tragekomfort sind einfach √ľberragend und auch in puncto¬†Vielseitigkeit setzt die Apple Watch Series 2 Ma√üst√§be.

Beim Tracking kann es die Apple Watch sicherlich nicht mit einer Premiumsportuhr aufnehmen, daf√ľr fehlt es den verf√ľgbaren Tracking-Apps schlicht an Datenvielfalt¬†(Schrittfrequenz, -l√§nge, H√∂henmeter usw.) und Personalisierbarkeit. F√ľr einen Freizeitl√§ufer reicht¬†der Funktionsumfang diesbez√ľglich aber vollkommen aus und selbst w√§hrend¬†eines Wettkampfs interessiere ich mich lediglich¬†f√ľr Parameter, die auch die Apple Watch erfasst und illustriert (Distanz, Tempo, Pace und Herzfrequenz).

Davon abgesehen sieht¬†die Apple Watch nicht nur deutlich schicker aus als eine Sportuhr, sie ist auch¬†weitaus vielseitiger. Ob Einkaufslisten abarbeiten, Stadtr√§der entleihen, navigieren, Bahn-, Flug- und Kinotickets vorzeigen oder „Hey Siri“ nutzen, die¬†Anwendungsm√∂glichkeiten f√ľr die Apple Watch sind vielschichtig. Einige habe ich¬†vermutlich noch gar nicht entdeckt, andere kann ich leider¬†noch nicht nutzen (z. B. Apple Pay).

Noch besser k√∂nnte die Apple Watch¬†meines Erachtens nur sein, wenn sie das mobile Internet¬†auch ohne ein verbundenes¬†iPhone nutzen k√∂nnte. Nat√ľrlich st√ľnde ihr auch eine l√§ngere¬†Batterielaufzeit gut zu Gesicht.¬†Das sind aber eher¬†W√ľnsche f√ľr zuk√ľnftige Versionen, zumal es sich um konkurrierende Ziele handelt.

Mein einziger echter Kritikpunkt an der Apple Watch ist das Fehlen¬†eines Barometers. Dieses w√§re z. B. zur pr√§zisen Bestimmung der H√∂henmeter n√∂tig. Auch ein Offline-Modus f√ľr Siri w√§re w√ľnschenswert. Dann lie√üe sich¬†beispielsweise die Musikwiedergabe auch ohne verbundenes iPhone per Sprachbefehl steuern. Ansonsten ist es an den Drittanbietern, den Wert der Apple Watch weiter zu steigern und das Potenzial voll auszureizen. Ich denke da insbesondere an Nike, Runtastic, Polar, Strava und Konsorten, aber auch an Spotify.

Von diesen kleinen Mängeln abgesehen, ist die Apple Watch aber exakt das, was ich mir zum gegenwärtigen Zeitpunkt von einer Smartwatch erwarte. Ich möchte die Apple Watch jedenfalls nicht mehr missen!

 

ProdukttypSmartwatch
Display312 x 390 Pixel (42 mm)
Gewichtca. 63 g (mit Nike+ Sportarmband)
KonnektivitätBluetooth 4.0, WLAN
Kompatibilitäterfordert iPhone 5 oder neuer
FunktionenAktivitätstracking, Inaktivitätsalarm, Herzfrequenzmonitoring, Navigation, Musikwiedergabe, Siri uvm.
Preisab 419 Euro (Stand: Januar 2017)

Pros

  • brillantes Farbdisplay
  • hohe Personalisierbarkeit
  • Smart NotificationsAls Smart Notifications bezeichnet man Benachrichtigungen vo...
  • Inaktivit√§tsalarm
  • t√§gliche Aktivit√§tsziele
  • pr√§zise Distanzmessung beim Gehen
  • Herzfrequenzmessung
  • extrem hoher Tragekomfort
  • kabelloses Laden
  • wasserdicht
  • vielseitige Anwendungsm√∂glichkeiten

Cons

  • Pulsmessung tr√§ger und unpr√§ziser als bei einem Brustsensor
  • kein Barometer
  • Tracking-Apps arbeiten noch nicht zufriedenstellend

Gesamtnote

1,5

4 Kommentare

  1. Hi,

    Bei lange Läufen fällt regelmäßig die Zeit und Distanzmessung aus. Dies so etwa 1 mal ind der Woche und nach unregelmäßigen Distanzen.

    Kommt dies öfters vor oder habe ich etwas falsch eingestellt?

    Ich danke im Voraus,

    Marcel

    1. Hallo Marcel,
      was verstehst du denn unter „langen L√§ufen“ und bei welcher Tracking-App tritt dieses Ph√§nomen √ľberhaupt auf?

  2. Ich habe momentan das Problem, dass ich mir die Herzfrequenz auf dem Display nicht mehr anzeigen lassen kann (Laufen Outdoor). Die ist grau hinterlegt in den Einstellungen. Hast du eine Idee? Beste Gr√ľ√üe

    1. Hallo Nadine,
      ich nutze die Workout App √ľberhaupt nicht mehr. Die ist mir ehrlich gesagt zu reduziert, da macht das Tracken √ľberhaupt keinen Spa√ü. Au√üerdem ist mir bei meinem Test ebenfalls aufgefallen, dass die App die Herzfrequenz h√§ufig verliert. Von daher glaube ich, dass du da nichts machen kannst, au√üer vielleicht das Armband etwas enger zu tragen. Ansonsten w√ľrde ich dir schlicht und ergreifend empfehlen, auf andere Tracking-Apps wie Nike+ Run Club, Strava oder Runtastic (leider bisher nur mit iPhone m√∂glich) zu setzen. Die scheinen das mit der Herzfrequenz besser im Griff zu haben. Au√üerdem bieten sie bez√ľglich der Datenanalyse einen klaren Mehrwert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.